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Sonntag, 17. Januar 2016

Eine Puppe für mein Eulenkind

Das Eulenkind brauchte dringend eine Puppe. Bei Bekannten hatte ich das erste Mal Waldorf-Puppen wahrgenommen; die Mama der Kinder hatte sie selbst gemacht. Das wollte ich auch und so informierte ich mich gründlich und orderte Materialien. Das war bereits im August.

Im September stürzte ich mich in dieses Abenteuer und stellte fest, dass das gar nicht so einfach ist. Mit meinem ersten Puppenkopf war ich gar nicht zufrieden. Ich deklarierte ihn dann als Testkopf, auch wenn das Kind schon ganz verliebt den Kopf durch die Gegend schleppte.


Ich muss sagen, dass ich etwas (sehr) gefrustet war. Ich hatte dann noch mal einen Kopf gemacht, mit dem war ich aber auch nicht so zufrieden und das Leben bescherte mir so einige Überraschungen und Stolpersteine im Herbst, sodass ich einige Monate nicht mehr zum Puppenbasteln kam.

Doch die Puppe sollte DAS Weihnachtsgeschenk werden. 8 Tage vor Weihnachten gab mir der Zeitdruck ausreichend Motivation, es noch einmal zu wagen. Der dritte Kopf ist nicht perfekt geworden, aber ich habe einige Dinge, die mich an Nr. 1 störten, verbessern können. Der Halsansatz schlägt zwar leider immer noch Falten, aber im Großen und Ganzen bin ich zufrieden und auf jeden Fall zufriedener als mit den vorangegangenen Versuchen. Der Kopf ist runder geworden und die Augen habe ich größer gemacht als bei klassischen Waldorf-Puppen.


In meiner Naivität dachte ich, dass das Schlimmste vorbei sei, wenn ich erst mal den Kopf fertig habe. Weit gefehlt. Den Körper zu nähen und zu stopfen, waren wirklich einfache Schritte. Ich hatte mich für Rohwolle als Stopfmaterial entschieden und freue mich, dass die Puppe immer noch leicht nach Schaf riecht. :) Allerdings würde ich den Puppentrikot nicht noch mal bei Butinette kaufen; der hat keine gute Qualität.

Da der Kopf etwas größer geworden war als der zum Schnittmuster für den Körper gehörige, verlängerte ich den Körper etwas. Das sah zwar optisch mit den ungestopften Teilen besser aus, aber inzwischen bereue ich es etwas. Inzwischen finde ich den Körper zu lang. Aber auch damit kann ich leben.

Das Zusammennähen war noch einmal trickreich und ich war wirklich nur noch am Fluchen. Aber auch das war irgendwann geschafft und die Puppe sah so aus:



Die Puppe war also grob fertig - aber nackt. Sie brauchte dringend Kleidung. Da das Eulenkind derzeit so viel Spaß daran hat, ihre Kuscheltiere zu wickeln, brauchte die Puppe unbedingt Windeln! Ich entschied mich für Stoffwindeln und fand auch ein Schnittmuster dafür, das ich etwas abwandeln musste. Außen ist bunter Baumwollstoff und innen Fleece. Mit Hilfe eines Klettverschlusses kann die Windel leicht gewechselt werden.



Auch ein Body musste her - das Eulenkind trägt ja schließlich auch Bodys. Der auf dem nächsten Bild ist ebenfalls mit Klettverschluss versehen, doch leider etwas zu klein geraten. Das war mein erster Versuch mit Bündchenware überhaupt. Das Schnittmuster ist übrigens von Schnabelina.
Mehr Windeln zum Wechseln durften natürlich auch nicht fehlen.


Ein Schnittmuster für die Hose zu finden, war gar nicht so einfach, aber letzten Endes wurde ich doch fündig, auch wenn ich es wieder an die Maße dieser Puppe anpassen musste.


Es folgte ein passender Body. Den habe ich zwei Mal genäht. Ich wollte alles perfekt machen und die Overlock-Maschine, die ich kürzlich erbte, endlich mal richtig nutzen, schnitt mir den fast fertigen Body beim vorletzen Schritt jedoch kaputt. Seitdem steht die Overlock in der Ecke. Ich habe mich nicht wieder dran getraut. Aber es funktioniert ja glücklicherweise auch so.


Nun war die Puppe vollständig bekleidet, aber es fehlte ja noch was ganz Wichtiges: die Haare! Ich hatte extra Mohair-Wolle besorgt. Als Grundlage für die Haare benötigt man eine gehäkelte Mütze, die ganz eng am Kopf anliegt und somit genau an den jeweiligen Puppenkopf angepasst werden muss. Da ich zwar häkeln kann, aber nicht wirklich gut darin bin, hat meine Mutter diesen Schritt für mich übernommen, wofür ich ihr sehr dankbar bin. Mit kurzen Wuschelhaaren sah die Puppe dann so aus:


Die Perücke nähte ich gründlich an den Kopf an und knüpfte schließlich noch lange Strähnen hinein. Mit wilder Mähne wirkte das Puppenkind wieder anders.


Da ich allerdings eine Räubertochter habe, konnte ich die Haare nicht offen lassen. So wurde die Mähne durch Flechten gebändigt.



Zu guter Letzt fehlte noch ein Pulli, den ich nach dem Body-Schnittmuster nähte. 2 Tage vor Weihnachten sah sie dann also so aus:


Das Eulenkind hat ganz schön Augen gemacht, als sie die Puppe auspackte, und hat erst mal einige Minuten gekuschelt. Da hatte ich auch ein paar Tränchen in den Augen. Die ganze Mühe hat sich also gelohnt.

Seitdem wird die Puppe fleißig bespielt. Die kleinen Fehler stören sie gar nicht. Meistens liegt die Puppe ohne Hose da, weil die Windel ungefähr immer "nass" oder "voll" ist. Und die Windel alleine zu wechseln bekommt sie noch nicht so gut hin. Aber "Puppi" wird sehr geliebt und muss sogar meistens mit ins Bett. Das Eulenkind erzählt und singt mit ihr. Auch das Puppentragetuch und der Puppenwagen, die wir schon einige Monate haben, kommen nun viel, viel häufiger zum Einsatz.

Vor ein paar Tagen hat sich das Eulenkind dann auch noch einen "Schlaba" (Schlafanzug) für die Puppe gewünscht. Und natürlich ist mir ihr Wunsch Befehl.


Ende Februar hat das Eulenkind Geburtstag. Ich möchte ihr und Puppi passende Kleidchen nähen. Mal schauen, ob die Zeit und meine Geduld das zulassen. ;D Aber ich bin optimistisch.

Freitag, 16. Oktober 2015

Let's SOCK!

Nachdem Frau Mops endlich ihr Weihnachtsgeschenk (von letztem Jahr *hust*) erhalten hat, habe ich aus dem Wollrest noch Socken für das Eulenkind gestrickt.



Dienstag, 4. Februar 2014

Loop-Schals

Heute habe ich endlich, endlich die beiden Loop-Schals (Weihnachtsgeschenke... ähäm...) genäht! Ich saß länger dran als geplant, aber bin mit dem Ergebnis recht zufrieden. Die Stoffe sind von Butinette und verwendet habe ich dafür diese leicht verständliche Anleitung.

Fotos gibt es aber erst, wenn die beiden Ahnungslosen ihre Geschenke erhalten haben.

Sonntag, 12. Januar 2014

Ring Sling selbstgemacht

Ich wollte unbedingt eine Ring Sling für den Krümel. Das ist ein Tragetuch, das man statt mit Knoten mit Ringen "bindet". Die Möglichkeiten sind zwar limitierter als es bei einem (langen) Tuch der Fall ist, aber dafür ist es deutlich handlicher und kann gleichzeitig als Sichtschutz beim Stillen in der Öffentlichkeit dienen.

Ich habe mich lange umgeschaut. Die neuen Slings von den großen Marken sind mir zu teuer, weil ich noch ein langes Tuch für andere Tragevarianten möchte und die für Menschen meiner Statur nicht gerade günstig sind. Die günstigen wollte ich letztlich doch nicht, weil mir ein qualitativ hochwertiges Tuch wichtig war. Gebraucht kaufen war eine Option, aber da war wieder meine Statur ein Problem, denn ich brauche eine etwas längere Sling als der Durchschnittsmensch.

Letztlich habe ich mich dazu entschieden, selbst zu nähen. Ich habe durch eine Rabatt-Aktion ein neues Didymos-Tuch 2. Wahl für unglaublich wenig Geld bekommen und die "kleinen" Schönheitsfehler, die dieses 2. Wahl Tuch haben soll, sind für mich absolut nicht zu sehen. Dann noch passende Ringe dazu bestellt und mit der Schwiegermama beraten, welche von den vielen Schultervarianten (gerafft, gefaltet, Scherenfaltung) wohl die beste ist. Heute haben wir uns hingesetzt und eine Ring Sling nach dieser Anleitung genäht.

Und hier ist das Ergebnis:





Ich bin sehr begeistert! Das Nähen war nicht kompliziert, hat weniger als eine Stunde gedauert und Spaß gemacht. Eine neue Sling hätte mich das 3fache gekostet. Optisch bin ich hin und weg. Zum Praxistest kann ich natürlich noch nichts sagen, aber das werde ich dann zu gegebener Zeit nachholen.

Dienstag, 8. Oktober 2013

Schuhe für Jonas

Diese Baby-Schuhe (natürlich in vollendeter Form; die blauen mit Kordel) haben sich heute auf den Weg zu Jonas gemacht. Ich hoffe, sie passen, und halten ihn schön warm!


Die linken sind nach dieser Anleitung gestrickt; die rechten habe ich einfach etwas davon abgewandelt.

Donnerstag, 15. August 2013

Einladung

Nachdem nun alle ihre Einladung erhalten haben, möchte ich euch gerne zeigen, was wir aus den Zutaten, die ich im Post vom 5. August zeigte, gezaubert haben.



Innen befindet sich noch ein weißes Leinenpapier mit allen Infos, handschriftlich. Gut, dass es nur 10 Einladungen waren. Groß feiern werden wir nämlich nicht. Wir werden im engsten Familienkreis essen gehen und danach wird es noch Kaffee und Kuchen bei uns zu Hause geben. Vielleicht feiern wir dann nächstes Jahr ein Sommerfest, aber das werden wir zu gegebener Zeit entscheiden.

Dienstag, 13. August 2013

Heidelbeermarmelade

Letztes Jahr haben wir bei einer lieben Freundin zum ersten Mal Heidelbeermarmelade gegessen und, weil sie so unbeschreiblich lecker war, haben wir uns vorgenommen, dieses Jahr auch sammeln und einkochen zu gehen. Das mit dem selber Sammeln hat leider nicht geklappt, weil in "unserem" Wald einfach keine Heidelbeeren wachsen, aber das ist ja noch lang kein Hindernis, Marmelade zu kochen. Gesagt, getan!

Aus 1kg Gelierzucker und 1kg Heidelbeeren wurden 5 1/2 Gläser Marmelade! Und hier ein paar Bilder, damit ihr entweder beschließt, uns besuchen zu kommen, oder selber welche zu kochen. ;)

Zutaten
Beeren größtenteils püriert, mit Zucker verrührt.
Fertige Marmelade

Samstag, 22. Juni 2013

Holunderblütensirup

Der Holunder steht in voller Blüte  (naja, eigentlich ist diese schon fast wieder vorbei) und so ist es Zeit, ihn zu jagen! Denn aus den Blüten kann man leeeeeckeren Sirup machen, der z.B. eisgekühlt in Wasser im Sommer ein Genuss ist. Und so machen wir ihn immer:

Erst einmal jagen wir ca. 20 Dolden von mehreren Pflanzen.


Dann zubbeln wir die Blüten von den Stielen ab. Je weniger grüne Bestandteile dabei übrig bleiben (Ausnahme: die kleinen Knubbel, die an der Blüte dran sind), desto besser ist es, da diese Pflanzenteile am Ende einen bitteren Geschmack verursachen. Und den wollen wir beim Sirup nicht.


Als nächstes wird Zuckerwasser aufgestellt. 3 kg Zucker auf 2 Liter Wasser. Das wird langsam erhitzt und gut verrührt dabei, bis wir eine klare Flüssigkeit haben. Außerdem lösen wir 100g Zitronensäure in Wasser. Natürlich kann man auch Zitronensaft nehmen. Schließlich werden die beiden klaren Flüssigkeiten zusammengefügt. Die Holunderblüten werden nun in das Sirupgemisch gegeben. Wir stellen den Topf nun an einen kühlen Ort und lassen ihn 1-3 Tage stehen.


Nachdem die Ruhezeit um ist, hat der Sirup den Holunderblüten-Geschmack angenommen und die Farbe ist goldgelb. Je länger man ziehen lässt (und je mehr Blüten man verwendet), desto intensiver wird der Geschmack. Nun wird die Flüssigkeit durch ein Geschirrtuch abgesiebt, damit alle Pflanzenteile restlos von dem endgültigen Sirup getrennt werden. Das ergibt etwa 4 Liter.


Wir erhitzen den Sirup dann noch einmal und füllen ihn in vorher gut und heiß ausgespülte Glasflaschen. Wenn er kühl steht (z.B. im Keller), hält der Sirup bei uns mindestens ein Jahr lang - wenn er nicht vorher wegen seiner Leckerheit verbraucht wurde.


Viel Spaß beim Nachbrauen!