Ich möchte vorneweg betonen, dass ich Übergewicht nicht verharmlosen oder gar verherrlichen möchte. Ich bin mir bewusst, dass Übergewicht ein Gesundheitsrisiko darstellt. Ebenso wie beispielsweise Rauchen oder übermäßiger Alkoholkonsum.
"Wenn Sie so schwanger werden, das geht nicht gut!" Der Satz klang mir noch in den Ohren und erfüllte mich mit Panik, als mir bewusst wurde, dass wir Nachwuchs erwarten. Doch Hebammen und Frauenärztin nahmen mir die Angst: Wenn das Baby da rein gekommen ist, dann ist sich der Körper auch sicher, dass es gesund auf die Welt kommen kann.
Gut, dass ich von den meisten Vorurteilen wie "Dicke können nicht / nur schwer schwanger werden" erst danach erfahren habe. Bei uns hat es sofort geklappt. Und daran habe ich auch nie gezweifelt.
Es ist jedoch auch so, dass mein Körper schon immer gut mit meinem Gewicht zurecht kam. Ich hatte nie Probleme mit den Gelenken oder mit meinem Hormonhaushalt. Ich kenne andere Übergewichtige, die da mehr mit ihrem Körper zu kämpfen haben. In solchen Fällen kann das Gewicht durchaus ein Hindernis für eine Schwangerschaft darstellen oder eine solche erschweren.
Für Übergewichtige erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für gewisse schwangerschaftsbezogenen Risiken wie Diabetes, Bluthochdruck, Wassereinlagerungen etc. Ich bin jetzt 9 Monate schwanger und habe - bis auf kleinere Wehwehchen wie Ischias- und Symphysenschmerzen - eine komplikations- sowie risikenfreie Schwangerschaft erleben dürfen und habe in der ganzen Zeit auch nur 8 kg zugenommen. Wenn ich mich mit anderen Schwangeren ausgetauscht habe, dann waren deren körperlichen Einschränkungen oft vergleichbar mit meinen. Teilweise hatte ich sogar den Eindruck, dass der Speck als Polster gewisse Vorteile bringt (z.B. beim Schlafen). Dick, schwanger und gesund schließen sich also keinesfalls aus!
Manchmal könnte man jedoch meinen, dass es keine dicken Schwangeren gibt.
Die meisten Probleme taten sich bei mir rund ums Thema Umstandsmode auf. Es ist erstaunlich, wie schwer es ist, Umstandsmode in großen Größen zu bekommen. Es gibt sogar Läden, die sich auf Damenmode in Übergröße spezialisiert haben, die jedoch keine Umstandskollektion führen. Und auf Nachfrage blickt einen die Verkäuferin, die selbst Konfektionsgröße 50+ trägt, pikiert an. Das ist schon sehr ernüchternd.
Letztendlich habe ich mir Umstandshosen auf eBay ersteigert, mir einen neuen Umstandsmantel online gekauft und viele meiner alten Oberteile weiter getragen. Das ging sehr gut. Die Suche nach Still-BHs steht noch an. Bonprix ist übrigens eine gute Adresse für günstige Umstandsmode in großen Größen.
Weitere Schwierigkeiten empfand ich bei der Suche nach Tragetüchern und -hilfen. Viele Tragehilfen sind nicht auf besonders große oder umfangreiche Menschen ausgerichtet. In den seltensten Fällen gibt es Adapter, die man hinzu kaufen kann. Extra lange Tücher gibt es, die sind jedoch auch deutlich teurer als kürzere und nicht jede Firma bietet solche an. Wir haben inzwischen ein kurzes Tuch von Freunden meiner Schwiegereltern, die selbst genähte (extra lange) Ring Sling sowie ein geerbtes langes Tuch. Ein Praxisbericht wird folgen. Die eigentliche Herausforderung wird sein, falls wir nach einiger Zeit auf eine Tragehilfe wie Manduca o.ä. umsteigen wollen.
Ich hatte anfangs die Sorge, dass man nicht sehen würde, dass ich schwanger bin. Das war teilweise auch der Fall. V.a. mit dem dicken Wintermantel wurde ich nicht als Schwangere erkannt. Es gab sogar Szenen wie z.B. einmal im Bus, wo zwei ältere Damen, die mir gegenüber saßen, plötzlich anfingen, sich lautstark negativ über Übergewichtige zu äußern. Aber ich bin ja nicht erst seit gestern rund und mit den Jahren wächst einem ein dickes (haha!) Fell. Oft ertappte ich Bekannte oder auch Passanten, wie sie mir auf den Bauch starrten und man konnte genau sehen, welche Frage in deren Köpfen spukte. Die wenigsten trauten sich, mich anzusprechen. Das passierte erst in den letzten Wochen. Mein Umfeld jedoch bemerkte sehr wohl die Veränderungen an meinem Körper und ich selbst empfand meine Figur sehr wohl als schwanger.
Ich bin eine gesunde, junge Frau. Ich lebe in einer festen, glücklichen Partnerschaft, und zu unserer Vorstellung eines erfüllten Lebens gehören Kinder unmittelbar dazu. Wieso sollte ich also nicht schwanger sein?
Daher mein Appell an alle Nana-Frauen da draußen: Lasst euch nichts von der Gesellschaft einreden, hört auf eure Intuition und vertraut eurem Körper und eurer inneren, weiblichen Urkraft. Alle Steine, die uns in den Weg gelegt werden, machen uns auf lange Sicht nur noch stärker.
Ja, ich bin dick. Aber vor allem bin ich Frau!
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Mittwoch, 26. Februar 2014
Montag, 17. Juni 2013
Mein Bauch und ich
Ich habe beschlossen, meinen Bauch zu lieben.
Kein Schämen und Verstecken mehr. Kein Baucheinziehen. Keine gebückte Haltung.
Mein Bauch ist ebenso Teil meiner selbst wie meine blonden Haare oder meine Stimme.
Mein Bauch spricht Bände. Er erzählt von all der Traurigkeit und Wut, von all dem Kummer, von all der Verzweiflung und Unsicherheit, von all den Enttäuschungen und Erfahrungen, von all der Leere in mir, von all den Narben meiner Seele.
Wer so viel Negatives in sich aufnimmt, braucht viel Platz.
Mein Bauch ist mein Schutzschild. Er schafft Abstand zwischen mir und der Welt. Distanz. Damit weniger an mich herankommen und mich verletzen kann.
Irgendwann werde ich ihn dafür aber nicht mehr brauchen. Dann habe ich einen anderen Weg gefunden, Negatives zu "verdauen". Dann wird der Kummer generell weniger Platz in meinem Leben einnehmen und brauchen. Dann wird mein Bauch wieder schrumpfen.
Doch ganz ohne Bauch möchte ich nie sein. Mein Bauch ist wundervoll! Er ist rund und weich, er kann wunderbar tanzen. Ich vertraue meinem Bauchgefühl. Und irgendwann wird mein Bauch ein kleines Wunder in Form eines neuen Menschen beherbergen.
Ich liebe meinen Bauch. Ich liebe meinen ganzen Körper, denn er ist das Haus meiner Seele.
Ich bin dankbar, dass es inzwischen Menschen in meinem Leben gibt, die mich so akzeptieren und lieben wie ich bin, die mich nicht ändern wollen, sondern bedingungslos hinter mir stehen, die MICH sehen und nicht nur die Hülle. Sie lieben mich und damit helfen sie mir, mich selbst zu lieben.
Kein Schämen und Verstecken mehr. Kein Baucheinziehen. Keine gebückte Haltung.
Mein Bauch ist ebenso Teil meiner selbst wie meine blonden Haare oder meine Stimme.
Mein Bauch spricht Bände. Er erzählt von all der Traurigkeit und Wut, von all dem Kummer, von all der Verzweiflung und Unsicherheit, von all den Enttäuschungen und Erfahrungen, von all der Leere in mir, von all den Narben meiner Seele.
Wer so viel Negatives in sich aufnimmt, braucht viel Platz.
Mein Bauch ist mein Schutzschild. Er schafft Abstand zwischen mir und der Welt. Distanz. Damit weniger an mich herankommen und mich verletzen kann.
Irgendwann werde ich ihn dafür aber nicht mehr brauchen. Dann habe ich einen anderen Weg gefunden, Negatives zu "verdauen". Dann wird der Kummer generell weniger Platz in meinem Leben einnehmen und brauchen. Dann wird mein Bauch wieder schrumpfen.
Doch ganz ohne Bauch möchte ich nie sein. Mein Bauch ist wundervoll! Er ist rund und weich, er kann wunderbar tanzen. Ich vertraue meinem Bauchgefühl. Und irgendwann wird mein Bauch ein kleines Wunder in Form eines neuen Menschen beherbergen.
Ich liebe meinen Bauch. Ich liebe meinen ganzen Körper, denn er ist das Haus meiner Seele.
Ich bin dankbar, dass es inzwischen Menschen in meinem Leben gibt, die mich so akzeptieren und lieben wie ich bin, die mich nicht ändern wollen, sondern bedingungslos hinter mir stehen, die MICH sehen und nicht nur die Hülle. Sie lieben mich und damit helfen sie mir, mich selbst zu lieben.
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