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Donnerstag, 2. Oktober 2014
Donnerstag, 25. September 2014
Liebe
Mein krankes Kind schmiegt sich an mich, beruhigt sich sofort auf meinem Arm. Und ich wundere mich nur.
Mein flinkes Kind sieht mich und krabbelt zu mir, will auf meinen Arm. Und ich wundere mich nur.
Mein treues Kind schaut mir nach und weint, wenn ich den Raum verlasse. Und ich wundere mich nur.
Ich wundere mich, dass mich dieses Kind so sehr liebt. Mit Leib und Seele und seinem ganzen Sein.
Ich wundere mich, denn ich habe das Gefühl nichts geben zu können. Ich habe es selbst nie erfahren, wie soll ich es geben können?
Ich wundere mich, dass mich dieses Kind so sehr liebt. Dass mich irgendjemand so sehr lieben kann.
Da sind sie wieder, die uralten Selbstzweifel, die tiefer reichen als alles andere.
Da sind sie wieder, die alten Dämonen, die Schatten meiner Selbst.
Da sind sie wieder. Doch wie kann man etwas überwinden, das so tief in einem verwurzelt ist?
Ich weiß es nicht.
Dieses Kind liebt mich. MICH.
Ich wundere mich und bin doch dankbar.
Und ungläubig.
Und traurig.
Und bin erfüllt von Angst.
Mein flinkes Kind sieht mich und krabbelt zu mir, will auf meinen Arm. Und ich wundere mich nur.
Mein treues Kind schaut mir nach und weint, wenn ich den Raum verlasse. Und ich wundere mich nur.
Ich wundere mich, dass mich dieses Kind so sehr liebt. Mit Leib und Seele und seinem ganzen Sein.
Ich wundere mich, denn ich habe das Gefühl nichts geben zu können. Ich habe es selbst nie erfahren, wie soll ich es geben können?
Ich wundere mich, dass mich dieses Kind so sehr liebt. Dass mich irgendjemand so sehr lieben kann.
Da sind sie wieder, die uralten Selbstzweifel, die tiefer reichen als alles andere.
Da sind sie wieder, die alten Dämonen, die Schatten meiner Selbst.
Da sind sie wieder. Doch wie kann man etwas überwinden, das so tief in einem verwurzelt ist?
Ich weiß es nicht.
Dieses Kind liebt mich. MICH.
Ich wundere mich und bin doch dankbar.
Und ungläubig.
Und traurig.
Und bin erfüllt von Angst.
Mittwoch, 20. November 2013
Von A nach W: Identitätskrise?
Ich hätte nie gedacht, dass es mir doch so schwer fallen würde, meinen Mädchennamen abzulegen.
Für mich war schon immer klar, dass ich den gleichen Namen tragen möchte wie mein Mann und meine Kinder. Das gehört für mich persönlich zu einer Familie dazu. An meinem Nachnamen hing ich jetzt auch nicht sonderlich und in der Schwiegerfamilie fühle ich mich sehr wohl, sodass wir nicht lange diskutieren mussten, bis fest stand, dass ich seinen Namen annehmen würde. Als ich zwar schon beim Schatz gewohnt habe, aber noch nicht mit auf dem Briefkasten stand, kamen auch schon Briefe für Tina W. an. Von daher dachte ich, dass ich nicht lange brauchen würde für die Umstellung.
Tja. Falsch gedacht.
In der letzten Woche vor der Hochzeit wurde ich regelrecht sentimental. "Das ist das letzte Mal, dass ich mit dem Namen unterschreibe" u.ä.. Und am Abend vor der Hochzeit kam ich in eine richtige Identitätskrise. Wer bin ich eigentlich? Ich war emotional so aufgewühlt. Dann schnappte ich mir seit Wochen das erste Mal wieder meine Gitarre, sang einige Lieder und fand wieder zu mir.
Am Tag der Hochzeit hat mich mein Vater immer nur "Frau W." genannt - das erste Mal war es vielleicht noch lustig, aber mit der Zeit war ich nur noch genervt davon. Dann fragte er meine Mutter: "Wie heißt denn deine Tochter jetzt?" Und sie antwortete: "Tina. Immer noch." und drückte mich. Das hat mich so gerührt und mir so viel bedeutet.
Inzwischen sind ein paar Tage vergangen und ich wurde schon oft Frau W. genannt. Es ist nach wie vor ungewohnt - nicht nur für mich. Gestern hat eine meiner besten Freundinnen meine Mail als Spam markieren wollen, weil sie den Absender nicht kannte.
Es ist faszinierend, was Namen beinhalten und bedeuten, welche Kraft ihnen innewohnt. Ich werde wohl noch eine Weile brauchen, bis ich herausgefunden habe, wer Tina W. wirklich ist. Und ich sehe diesen offensichtlichen Neuanfang auch als Chance, alte Kapitel endgültig abzuschließen und in eine hellere Zukunft zu blicken.
Für mich war schon immer klar, dass ich den gleichen Namen tragen möchte wie mein Mann und meine Kinder. Das gehört für mich persönlich zu einer Familie dazu. An meinem Nachnamen hing ich jetzt auch nicht sonderlich und in der Schwiegerfamilie fühle ich mich sehr wohl, sodass wir nicht lange diskutieren mussten, bis fest stand, dass ich seinen Namen annehmen würde. Als ich zwar schon beim Schatz gewohnt habe, aber noch nicht mit auf dem Briefkasten stand, kamen auch schon Briefe für Tina W. an. Von daher dachte ich, dass ich nicht lange brauchen würde für die Umstellung.
Tja. Falsch gedacht.
In der letzten Woche vor der Hochzeit wurde ich regelrecht sentimental. "Das ist das letzte Mal, dass ich mit dem Namen unterschreibe" u.ä.. Und am Abend vor der Hochzeit kam ich in eine richtige Identitätskrise. Wer bin ich eigentlich? Ich war emotional so aufgewühlt. Dann schnappte ich mir seit Wochen das erste Mal wieder meine Gitarre, sang einige Lieder und fand wieder zu mir.
Am Tag der Hochzeit hat mich mein Vater immer nur "Frau W." genannt - das erste Mal war es vielleicht noch lustig, aber mit der Zeit war ich nur noch genervt davon. Dann fragte er meine Mutter: "Wie heißt denn deine Tochter jetzt?" Und sie antwortete: "Tina. Immer noch." und drückte mich. Das hat mich so gerührt und mir so viel bedeutet.
Inzwischen sind ein paar Tage vergangen und ich wurde schon oft Frau W. genannt. Es ist nach wie vor ungewohnt - nicht nur für mich. Gestern hat eine meiner besten Freundinnen meine Mail als Spam markieren wollen, weil sie den Absender nicht kannte.
Es ist faszinierend, was Namen beinhalten und bedeuten, welche Kraft ihnen innewohnt. Ich werde wohl noch eine Weile brauchen, bis ich herausgefunden habe, wer Tina W. wirklich ist. Und ich sehe diesen offensichtlichen Neuanfang auch als Chance, alte Kapitel endgültig abzuschließen und in eine hellere Zukunft zu blicken.
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