Nachdem ich heute Gitarrenunterricht gegeben hatte, ging ich noch eben einkaufen und wollte dann mit dem Bus nach Hause fahren. Im Normalfall ist das eine Angelegenheit von 5 Minuten. Heute dauerte es insgesamt jedoch etwa 45 Minuten!
Es ist bekannt, dass die Talstraße recht eng ist und an gewissen Stellen kommen 2 LKW (oder: ein LKW und ein Bus) eben einfach nicht aneinander vorbei. Ist so. War schon immer so. Deshalb wird im Moment der so genannte Branichtunnel gebaut, um die Talstraße zu entlasten und solche Geschichten, wie ich sie gleich berichten werde, zu vermeiden.
Ich saß also im Bus, mit dem Rücken entgegen der Fahrtrichtung und merke, dass der Bus anhält. Das ist nichts Neues, denn an solchen Engstellen bleiben die Fahrer häufig stehen, um andere große Fahrzeuge vorbeizulassen. Es stockte also und dann ging es weiter. Und als ich mich umdrehte, sah ich, dass der LKW-Fahrer doch versucht hatte, am Bus vorbeizukommen. Beim Versuch, Platz zu schaffen, dotzte der Bus mit dem rechten Spiegel an eine Hauswand. Die Busfahrerin öffnete die Türen, die schließlich an der Hauswand hängen blieben und sich nicht mehr schließen ließen, woraufhin eine Sicherung in Kraft trat und der Bus sich keinen Millimeter mehr bewegen ließ. Wir waren eingeklemmt zwischen einer Hauswand und dem LKW und es gab kein Entkommen. Und das etwa 30 Minuten.

Ein beherzter LKW-Fahrer von weiter oben in der Autoschlange, die sich so langsam bildete, kam her und managte die Sache. Ich denke, ohne ihn stünden wir da immer noch... Irgendwie irgendwann schafften es ein paar Männer, die hintere Türe ohne größere Beschädigungen zu schließen, sodass die Wegfahrsperre nicht mehr griff. Zuerst wurde die Busfahrerin sehr kompetent zurück gelotst, dann der LKW-Fahrer, der bestimmt einen Kilometer zurück fahren musste. Glücklicherweise dachte der LKW-Fahrer hinter ihm soweit mit und fuhr nicht auf, sonst hätte sich dieser Knoten überhaupt nicht lösen lassen. So aber war Platz genug zum Zurückfahren. Nun stand der LKW an einer breiteren Stelle und der Bus konnte ohne weitere Probleme vorbei.
Das ist mir auch noch nie passiert. Und ich fahre die Strecke eigentlich täglich. Dass mal was stockt, ja - aber sowas...
Am Anfang war ich sehr gelassen und amüsiert, doch mit der Zeit und den Eindrücken (da sind nur wenige Millimeter zwischen den beiden großen Fahrzeugen und zeitweise wirkte es so, als ob der LKW gleich in uns oder wir in eine Hauswand reinfahren würde(n)) bin ich doch nervös geworden. Nunja, man erlebt nicht jeden Tag ein solches Abenteuer. Und das einfach nur auf dem Nachhauseweg im Bus!