Sonntag, 22. Mai 2016

Die Weissens - Episode 4

Im Radio wird von einem Vorfall während eines Gottesdienstes berichtet.

Eulenmann: "Dann lieber Heide."

Eulenkind: "Heide. Nei. Heide! Nei! Heidanei!!!"

Montag, 9. Mai 2016

Überraschung!

Viele Dinge hinterfragen wir nicht, sondern machen sie, weil man sie eben so macht. Im Idealfall ändert sich das, wenn man sich intensiver mit einem Thema beschäftigt.

Als ich das erste Mal schwanger war, ging ich zunächst davon aus, dass wir uns sagen lassen würden, ob wir ein Mädchen oder einen Jungen bekommen. Von meiner Familie und vielen Bekannten kannte ich dieses Vorgehen. Auch wenn wir einige Freunde und Bekannte haben, die sich haben überraschen lassen, war ich vom heutigen Standard ausgegangen.

Dann sagte der Eulenmann, dass er das Geschlecht nicht vor der Geburt wissen wolle. Der Eulenmann äußert seltenst Wünsche so klar und deutlich, sodass ich ihn selbigen nicht abschlagen konnte. Wir ließen uns also überraschen.

Und stießen oftmals auf Unverständnis. Meine Mutter wollte sogar, dass meine Frauenärztin das Geschlecht auf einen Zettel schreibt, in einen Briefumschlag packt, damit sie das Geschlecht doch vor der Geburt erfahren würde. Das ist natürlich nicht passiert. Andere Menschen reagierten sehr begeistert. Aber letzten Endes ist das eine Entscheidung, die die werdenden Eltern gemeinsam treffen müssen. Alle anderen sind egal.

Natürlich ist man super neugierig. Natürlich kommt man mal in Versuchung, beim Ultraschall wohin schielen zu wollen. Aber, was ich zunächst aus Liebe zum Eulenmann mitgemacht habe, hat mich immer mehr überzeugt, je länger ich mich mit dem Thema beschäftigt habe, und es war keine Frage, wie wir es diesmal handhaben würden. Warum also lassen wir uns das Geschlecht nicht sagen?

Überraschung. Wir lieben Überraschungen. Es ist spannend, etwas nicht vorher zu wissen. Frau erträgt 9 Monate lang Übelkeit, Müdigkeit, Schmerzen, Schlafstörungen und sonstige Einschränkungen. Dann muss frau noch die Strapazen einer Geburt überstehen. Ohne Zweifel lohnen sich all die Mühen und sind vergessen, wenn man dieses kleine Bündel Glück im Arm hält, doch es gibt Angenehmeres. Aber endlich wissen zu wollen, wie der kleine Mensch aussieht und ob man nun Sohn oder Tochter bekommt, das stellt auch während der Geburt eine Motivation dar. Es ist ein Geburtstag, an dem die Eltern eines der tollsten Geschenke überhaupt bekommen. Es wäre doch langweilig, alles schon vorher zu wissen.
Wir verzichteten im Übrigen auch komplett auf 3D-Ultraschall und haben die meisten Vorsorge-Untersuchungen bei den Hebammen im Geburtshaus gemacht - ganz ohne Ultraschall. Auch haben wir auf Feindiagnostik verzichtet. Wir haben mit der Frauenärztin ausgemacht, dass sie uns eventuelle Auffälligkeiten mitteilt. Z.B. solche, die auf eine Behinderung oder Krankheit hinweisen. Das hätte zwar an sich für uns nichts geändert, aber es war uns wichtig, zu wissen, ob das Kind direkt nach der Geburt eine spezielle Versorgung braucht. Für die großen Ultraschall-Untersuchungen waren wir deshalb natürlich bei der Frauenärztin. Sie wusste Bescheid, hat uns unterstützt, und auch immer brav Bescheid gesagt, bevor sie "untenrum" geschallt hat. Auch diesmal gab es keine Auffälligkeiten und so spricht nichts dagegen, dass wir unser Kind im Geburtshaus begrüßen und kurz nach der Geburt mit nach Hause nehmen dürfen. Letzte Woche habe ich meine Frauenärztin das letzte Mal vor der Geburt gesehen.

Gender. Wer mich kennt, weiß, dass die Farbe Rosa mein persönliches Kryptonit ist. Aber auch so finde ich es nicht nachvollziehbar, nein, eigentlich sogar sehr furchtbar, dass man schon Neugeborene in gewisse Geschlechterrollen pressen will. Für Mädchen nur Rosa, Pink und Schmetterlinge - am besten mit Glitzer und Rüschen; für Jungs Grau und Blau und Monster und Autos. Nicht nur vor der Geburt habe ich neutrale Kleidung gekauft, auch für meine Tochter war ich sehr oft in der Jungsabteilung unterwegs. Als wir kürzlich zusammen neue Kleidung kaufen waren, hat sie in einem Atemzug nach einem Monsterpulli und einem Kleidchen verlangt. Da dachte ich mir nur: "Alles richtig gemacht!"
Das nimmt auch immer mehr Überhand. Inzwischen kann man nicht mehr nur Kleidung entsprechend des Geschlechts kaufen, nein, alles gibt es für Jungs oder Mädchen: Autositze, Flaschen, Flaschenbürsten, Schnuller, Spielzeug, Bücher, Planschbecken etc. pp. Und "freundlicherweise" steht es auch immer gleich mit dabei, für welches Geschlecht welches Produkt ist. Am Wochenende war ich Lebensmittel einkaufen, da hörte ich, wie ein Junge im Grundschulalter gerne ein Armband in Deutschlandfarben gehabt hätte. Aber da stand irgendwas mit "für Mädchen" dabei; anscheinend war auch Haarschmuck mit im Paket. Dann konnte der Junge das Armband natürlich nicht haben. Das ist doch furchbar.
Ich möchte mein Kind nicht limitieren. Ich möchte mein Kind nicht in irgendwelche Schubladen zwängen, die sich irgendjemand irgendwann einmal aus Willkür oder Profitgier ausgedacht hat. Es soll selbst erfahren, wer es ist. Es soll alle Möglichkeiten ausschöpfen können. Ich erziehe mein Kind bunt. Wenn es mit Puppen spielen will, toll. Wenn es sich im Wald mit Matsch einsauen will, super. Wenn es Fußball spielen will, prima. Wenn es sich nicht mehr von Klavier oder Gitarre losreißen kann, perfekt. Wenn es aus Herzenslust laut singt oder tanzt, jawohl! Und ja, dabei ist mir egal, ob das mein Sohn oder meine Tochter ist. Wenn mein Sohn später mal rosa Schuhe oder ein Kleid tragen will, dann soll er das tun dürfen! Mädchen sollen nicht mit Autos spielen, aber später macht man sich über Frauen als schlechte Autofahrer lustig. Jungs dürfen nicht mit Puppen spielen, aber sollen später fürsorgliche Väter sein. Wie blind ist das? Wie sollen die Knirpse denn herausfinden, was sie selbst mögen, wer sie selbst sind, wenn man sie so einschränkt? Ja, ich hasse Rosa, aber ich käme nie auf die Idee, meiner Tochter zu verbieten, diese Farbe zu tragen oder gar zu mögen. Genau so wenig dränge ich ihr auf, meine Lieblingsfarbe zu tragen oder zu mögen.
Und ja, ich finde, das alles fängt schon vor der Geburt an. Ich kenne Mädchen-Mamas, die das zweite Kind - einen Jungen - erwarten, die dann alles neu kaufen mussten - ob das nun Kleidung oder Spielzeug oder sogar Tragetücher waren. Das ist doch Wahnsinn. Da fehlt mir absolut das Verständnis. Da werden vor der Geburt schon so viele Erwartungen an das Kind herangetragen, die mit dem jeweiligen Geschlecht zusammenhängen. Das möchte ich meinem Kind nicht antun. So sind wir auch schon beim nächsten und meiner Meinung nach - wichtigsten - Grund.

Unvoreingenommenheit. Jedes Kind, jeder Mensch, ist anders. Nach der Geburt lernen wir das Wesen kennen, das 9 Monate lang in uns herangereift ist. Schon Babys haben ihren eigenen Charakter. Wie soll man diesen neuen kleinen Menschen ganz unvoreingenommen kennen lernen können, wenn man schon Monate vorher weiß, welches Geschlecht es hat und es somit schon - sei es unterbewusst - in gewisse Rollen oder Schubladen steckt, die man aus der Gesellschaft übernimmt. Am schlimmsten finde ich es, wenn die Kinder schon Monate vor der Geburt ihren Namen bekommen. Wie soll man da noch unvoreingenommen auf das Kind eingehen können, wenn man schon so viele konkrete Vorstellungen und Erwartungen hat? Da kann man doch eigentlich nur enttäuscht werden. Unsere Tochter hat ihren Namen erst deutlich nach der Geburt erhalten. Natürlich hatten wir im Vorfeld eine Liste mit Namen erstellt, die uns beiden gut gefielen. Aber wir wollten das Menschlein erst einmal kennen lernen, bevor wir uns festlegen. Das werden wir diesmal wieder so handhaben. Der Arbeitstitel bei Nummer 1 war Heinz-Heidi, diesmal lautet er Aurora-Boris.
Vielleicht hängt es auch damit zusammen, wie man seine Rolle als Elternteil sieht. Für mich war es schon immer klar, dass mein Kind eine eigene Person ist, die ich begleiten darf. Meine Tochter mag Ähnlichkeiten mit mir und mit ihrem Vater haben, aber sie ist nicht "Minime". Sie ist sie und sie ist genau gut so wie sie ist. Ich als Mutter darf dem Kind dabei helfen, sich selbst zu erfahren, sich selbst zu finden. Natürlich helfe ich auch dabei, die Welt kennen zu lernen, das Kind zu schützen, zu trösten. Aber es käme mir nie in den Sinn, Stempel aufdrücken zu wollen. Es ist ein eigener Mensch mit eigenen Vorstellungen und Vorlieben. Das passiert ganz von alleine, auch ohne dass wir es wollen. Umso wichtiger finde ich, dass man so lange wie möglich so unvoreingenommen wie möglich an die Sache heran geht.
Wir Menschen sind Wesen, die in einer bestimmten Kultur aufwachsen und dementsprechend sozialisiert sind. Das kann man nicht abstellen. Auch ich erwische mich manchmal bei Schubladendenken. Aber glücklicherweise bin ich inzwischen in der Lage, Dinge zu hinterfragen und mir eine eigene Meinung zu schaffen. Sicherlich gibt es auch Eltern, die unvoreingenommen mit ihrem Kind umgehen können, obwohl sie während der Schwangerschaft das Geschlecht erfahren haben.

Unser Weg ist nicht DER richtige. Unser Weg ist unser Weg und richtig für uns. Das ist, was zählt, und jeder muss für sich selbst entscheiden, welchen Weg er gehen möchte. Ich bin dem Eulenmann sehr dankbar, dass er bei diesem Thema diesen Weg vorgeschlagen hat. Ich wäre von mir aus wahrscheinlich nicht auf die Idee gekommen, weil ich mich damals selbst unterbewusst durch gesellschaftliche Standards limitiert habe. Ich kann nur generell empfehlen, Standards zu hinterfragen, und seinen eigenen Weg zu suchen. Egal, was der Rest der Welt davon hält.

Ist es mir egal, ob ich einen Sohn oder eine Tochter bekomme? Ja und Nein. Wenn ich vor der ersten Schwangerschaft über Kinder nachdachte, dann immer über Töchter. Söhne kamen in meinen Gedanken nie vor. Ich konnte es mir einfach nicht vorstellen. Das änderte sich während der Schwangerschaft. Es waren auch so viele davon überzeugt, dass wir einen Jungen bekommen würden. Auch ich selbst hatte ein klares Jungsgefühl. Wir wissen ja, wie das ausgegangen ist. :D Wahrscheinlich war das nur der Weg meiner Psyche, sich mit der Option auf einen Sohn auseinander zu setzen und kein instiktives Wissen. Deshalb habe ich diesmal versucht, kein Gefühl zu haben. Das ist mir bist jetzt ganz gut gelungen. Auch wenn das für viele unverständlich ist.
Natürlich wäre es schön, nach einem Mädchen auch einen Jungen aufwachsen zu sehen. Natürlich wäre es schön, auch einen Sohn zu haben. Aber ein Mädchen wird genau so willkommen sein und geliebt werden. "Hauptsach gsund!" Höchstwahrscheinlich wird es nicht meine letzte Schwangerschaft gewesen sein, sodass die Hoffnung auf einen Sohn so oder so noch nicht begraben werden müsste. Aber das ist Zukunftsmusik und derzeit irrelevant.

Jetzt freuen wir uns erst einmal - ganz unvoreingenommen - auf Eulenkind Nummer 2.

Sonntag, 8. Mai 2016

Sommer!

Die Sonne lacht und mit ihr meine Seele!

Die letzten Wochen und Monate waren nicht gerade einfach für mich und eher ein Ab als ein Auf. In den letzten Wochen musste ich leider viel liegen und so war ich oft alleine auf dem Sofa gelegen, ohne wirklich viel machen zu können. Dementsprechend war meine Stimmung im Keller. Ich hatte richtig Angst, wieder in eine Depression zu rutschen.

Seit ein paar Tagen hat sich nicht nur mein Körper stabilisiert; meine Stimmung ist auch deutlich besser. So kann ich wieder aktiver sein und herumwuseln und auch das schöne Wetter hilft dabei, sich gut zu fühlen. In den letzten beiden Tagen haben wir den Balkon betriebsbereit gemacht. Ich habe die schönsten Blumen, die es gibt. :D





Aber nicht nur bunte Blumen wurden gepflanzt, sondern auch Kräuter...



(in die beiden Töpfe rechts außen kommen noch Tomatenpflanzen)

... und Erdbeeren. Ich bin davon ausgegangen, dass die Erdbeerpflanzen von letztem Jahr nicht wieder kommen. Nun ja, jetzt haben wir 2 Balkonkästen voll mit Erdbeeren. :D


Juhu, es ist Sommer! :)