Am Abend des 26.06.2016 hatte ich leichte Wehen und dachte schon, es würde los gehen. Dann brachte ich die kleine Eule ins Bett und der Spuk war vorbei. Den nächsten Tag über hatte ich leichte Regelschmerzen und einen wahnsinnigen Druck nach unten, fühlte mich generell seltsam und unsicher.
Am 28.06. wachte ich gegen 6 Uhr mit Wehen auf. Ich konnte nicht mehr schlafen und stand auf. Die Wehen waren regelmäßig, aber zunächst noch sehr leicht. Ich legte mich noch ein bisschen aufs Sofa und versuchte zu entspannen. Irgendwann stand ich wieder auf, ging duschen, und weckte den Eulenmann und das Eulenkind, die morgens mit der Oma ins Kinderturnen gehen durfte. Die Wehen blieben und wurden langsam stärker, ich konnte mich aber noch gut dabei unterhalten und mich um den Alltag kümmern. Der Abstand blieb bei etwa 10 Minuten. Ich glaubte nicht, dass es so schnell ernst werden würde und um 14:00 sollte ich sowieso einen Vorsorge-Termin im Geburtshaus haben. Dennoch trafen wir Vorbereitungen. Das Eulenkind wurde von den Großeltern versorgt und der Eulenmann sagte auf Arbeit Bescheid, dass er später (nach dem Vorsorgetermin) oder nicht kommen würde.
Nachdem die kleine Eule aus dem Haus war, richtete ich die letzten Dinge, und versuchte noch etwas auf dem Sofa zu dösen. Die Intensität der Wehen nahm weiterhin zu und langsam musste ich sie aktiv veratmen und mich richtig auf sie konzentrieren. Im Liegen fiel mir das schon schwer. Im Stehen oder Sitzen waren die Wehen häufiger und schmerzhafter. Am besten konnte ich sie im Vierfüßlerstand aushalten mit kreisenden Bewegungen des Beckens und tiefer Bauchatmung. Der Abstand der Wehen blieb bei 8-10 Minuten. Bei der kleinen Eule damals hatte ich sehr heftige Wehen im Minutentakt, die jedoch zunächst nichts am Muttermund bewirkten. Deswegen ging ich auch davon aus, dass es noch dauern würde.
Gegen 12:30 bat ich den Eulenmann, im Geburtshaus anzurufen. Er sollte die Hebamme fragen, ob wir den Vorsorgetermin wahrnehmen oder erst einmal abwarten sollten. Inzwischen war ich mir aber sicher, dass ich unter der Geburt war und die Wehen diesmal nicht weggehen würden. Ich hielt es jedoch nicht für ausgeschlossen, dass wir noch einmal nach Hause geschickt würden. Die Hebamme sagte, wir sollten uns ruhig gleich auf den Weg machen; wir müssten nicht zu Hause warten. Gesagt, getan. In aller Ruhe machten wir uns bereit und fuhren mit einem kurzen Halt beim Bäcker ins Geburtshaus.
Etwa eine Stunde nach dem Telefonat kamen wir an. Die Hebamme fragte, ob sie die eine Schwangere, die noch vor mir Vorsorgetermin hatte, wegschicken solle, aber ich versicherte ihr, dass das mit der Geburt noch dauern würde. Ein bisschen skeptisch schaute sie mich schon an, wie ich da im Vierfüßlerstand vor dem Sofa des Wartebereichs hing und meine Wehen veratmete. Aber ich war tatsächlich sehr entspannt. Die Abstände waren groß, die Wehen waren gut zu veratmen, zwischen den Wehen fühlte ich mich blendend - kein Grund zur Hektik. Da die Hebamme, die die Vorsorge machen sollte (M), eine andere war als die, die an dem Tag Rufbereitschaft für Geburten hatte (N), sollten wir diese aber doch schon einmal verständigen. Diese machte sich dann so langsam auf den Weg. Außerdem war noch eine Hebammenschülerin (R) da.
Eine weitere Frau hatte an dem Morgen ihr Kind bei M. im Geburtshaus geboren; die kleine Familie war noch im entsprechenden Zimmer, und es war noch nicht wieder vorbereitet. Sobald die andere Schwangere am CTG hing, fing M. an, die Neu-Familie zu scheuchen und das Zimmer herzurichten. Ich veratmete weiterhin gut gelaunt meine Wehen und verstand den ganzen Stress nicht.
Bald darauf war die kleine Familie verabschiedet und ich durfte ins Zimmer. M. schlug vor, dass ich in den Vierfüßlerstand aufs Bett solle. Dazu bekam ich noch einen Petzi-Ball, über den ich mich drüber hängen konnte. Gleichzeitig wollten sie allerdings CTG schreiben und das Gerät hielt nicht richtig, sodass R. das Kind zuerst nicht richtig fand, und dann diesen Kontaktdings vom CTG die ganze Zeit an meinen Bauch drücken musste, wobei das Signal dauernd verschwand. Nach 15-20 Minuten war mir das zu viel. So fühlte ich mich sehr unwohl und konnte mich nicht entspannen. Ich legte mich dann also doch noch einmal hin und es konnte ein vernünftiges CTG geschrieben werden.
Dann kam auch N. an und stimmte in die Hektik mit ein. Sie stellte ein paar Fragen und wuselte wieder davon. Ich sollte essen und trinken. Ich hatte zwar keinen Hunger, aber ich aß und trank. Irgendwann meinte sie "So, Mutter. Aufstehen. Geburt!" Dann fiel ihr ein, dass sie mich vielleicht noch untersuchen sollte. Zu meiner Verwunderung war der Muttermund da bereits 3cm auf. Sie schickte uns dann noch ein bisschen spazieren. Laufen war wahnsinnig unangenehm; ich hatte solch einen Druck nach unten, und die Wehen kamen deutlich häufiger. Sie selbst waren aber immer noch sehr gut zu veratmen. Wenn sie kamen, hing ich mich an oder über den Eulenmann - aufrecht war es zu unangenehm. Ich konzentrierte mich ganz aufs Atmen und Beckenkreisen. So ließ sich das Aushalten. Auf dem Weg scherzten wir sehr. Es war eine entspannte Atmosphäre draußen im leichten, angenehm kühlen Regen. Dann kamen jedoch 1-2 knackigere Wehen, und ich wollte lieber wieder hoch. Auch der Regen wurde stärker.
Gegen 15:00 waren wir wieder oben. Die Hebammen steckten mich eigentlich gleich in die Badewanne. Das wunderte mich. Ich fragte mich, was ich denn jetzt noch so lange in der Badewanne soll. Aber ich wehrte mich nicht. Ich bekam eine durchgeschnittene Netzhose als CTG-Gurt für später. Das Wasser war angenehm warm, ich hatte eine bequeme Position, während der Wehen bewegte ich mein Becken hin und her. Zwischen den Wehen unterhielten wir uns ausgelassen mit N. und R.. M. war im Büro. Die Wehen kamen weiterhin alle 8-10 Minuten und waren weiterhin gut zu veratmen. Irgendwann verließen N. und R. das Zimmer und mein Mann und ich verbrachten die Zeit in angenehmer Stille. Ich betrachtete das Bild an der gegenüberliegenden Wand und veratmete hin und wieder die Wehen. Dann reichte veratmen plötzlich nicht mehr und 4-5 Wehen lang musste ich vertönen. Eine Wehe davon war richtig lang - mit Vertönen aber immer noch gut auszuhalten. Nach der letzten Wehe bat ich den Eulenmann, die Hebammen zu holen. Ich hatte ein leichtes Druckbedürfnis und wollte die Frauen wieder an meiner Seite haben. Die kamen dann auch alle drei gut gelaunt ins Zimmer geströmt und freuten sich offensichtlich, dass es spannend werden würde. 17:03 war es da.
Das CTG wurde angeschlossen. Baby ging es gut. R. musste den Kontaktkopf wieder festhalten. Den Druck dadurch empfand ich als wahnsinnig unangenehm - v.a. während der Wehen. An alles danach erinnere ich mich nicht mehr klar. Ich war wie in Trance und handelte nur noch aus Instinkt. Ich bekam kaum mit, was die Frauen mir sagten. Kurz nachdem die Hebammen zurück waren, kam die nächste Wehe, die sehr lang und heftig war. Das Druckbedürfnis war plötzlich überwältigend. Ich durfte aber noch nicht. N. untersuchte mich während der Wehe. Der Muttermund war bei 9 cm. Sie dehnte ihn ein bisschen, was sehr schmerzhaft war, aber dann war er ganz auf. Die Fruchtblase war noch intakt. Ich versuchte, mit "papp-papp-papp" und "ich drücke nicht" mich vom Drücken abzuhalten, aber es war so schwer. Die Wehe war endlich vorbei, aber ich war immer noch etwas weggetreten. Die nächste Wehe ließ nicht lange auf sich warten. Ich sollte mich entspannen, mich öffnen. Nicht drücken. Endlich durfte ich. "Jaaaaaaaaa!" Der Kopf war halb geboren. Dann hieß es "Genug jetzt!", aber das Druckbedürfnis und der Druck des Kopfes blieben. Etwas verzweifelt schwankte ich in der nächsten Wehe zwischen Drücken und Papp-Papp-Papp, aber die Hebammen führten mich. Dann wurde es etwas hektisch; das bekam ich jedoch nur am Rande mit. Kurze Zeit verloren sie das Kind aus dem CTG, aber das Gerät hatte nur den Kontakt verloren. Das Fruchtwasser war grün und ich hatte beim letzten Pressen wohl Stuhl verloren. Es war mir alles egal. Die nächste, dritte, letzte Presswehe, kam und ich spürte, wie das Kind meinen Körper verließ. Um 17:23 lag unser Baby auf meiner Brust. Etwas bläulich, voller Käseschmiere, und wunderschön. Ich umarmte es. Ich begrüßte es. Ich himmelte es an. Nach einigen Momenten der Besinnung packte mich die Neugierde und ich schaute nach, welches Geschlecht unsere Überraschung hatte. Ein kleiner Sohnemann; wie schön! Die Plazenta kam mit nur einer weiteren Wehe. Trotz des rasanten Tempos habe ich keinerlei Geburtsverletzungen davon getragen.
Alles war gut. Endlich war er da. Die Hebammen lobten mich und beglückwünschten uns. Ich habe noch eine Weile gebraucht, richtig anzukommen. Der Papa durfte schon einmal mit seinem Sohn auf dem Bett kuscheln, wo ich kurze Zeit später zu ihnen stieß. Sofort wollte er an die Brust und war zufrieden. Zwei Stunden nach der Geburt holte uns die große Schwester (mit Hilfe von Oma und Opa) ab und wir fuhren - jetzt zu viert - nach Hause.
Nach der für mich traumatischen ersten Geburt, bei der wir nach einem zunächst unerkannten Blasenriss überraschend in die Klinik mussten, und es zu einer ungeplanten PDA mit Folgen kam, war diese Geburt wunderbar heilsam und Balsam für Seele und Selbstvertrauen. Ich bin dankbar und überglücklich.
Tseas Hain
Dienstag, 28. Juni 2016
Sonntag, 12. Juni 2016
Kindermund Juni 2016
Ich: "Du hast jetzt ganz toll viel Brot gegessen; da können wir dich ruhig für belohnen."
Eulenkind: "Jaaaaaaa! Melone!!!!!"
Ich: "Wie heißt unser Baby?"
Eulenkind: "Monster!"
Heile, heile Gänschen - es wird bald wieder Mausespeck."
Sonntag, 22. Mai 2016
Die Weissens - Episode 4
Im Radio wird von einem Vorfall während eines Gottesdienstes berichtet.
Eulenmann: "Dann lieber Heide."
Eulenkind: "Heide. Nei. Heide! Nei! Heidanei!!!"
Montag, 9. Mai 2016
Überraschung!
Viele Dinge hinterfragen wir nicht, sondern machen sie, weil man sie eben so macht. Im Idealfall ändert sich das, wenn man sich intensiver mit einem Thema beschäftigt.
Als ich das erste Mal schwanger war, ging ich zunächst davon aus, dass wir uns sagen lassen würden, ob wir ein Mädchen oder einen Jungen bekommen. Von meiner Familie und vielen Bekannten kannte ich dieses Vorgehen. Auch wenn wir einige Freunde und Bekannte haben, die sich haben überraschen lassen, war ich vom heutigen Standard ausgegangen.
Dann sagte der Eulenmann, dass er das Geschlecht nicht vor der Geburt wissen wolle. Der Eulenmann äußert seltenst Wünsche so klar und deutlich, sodass ich ihn selbigen nicht abschlagen konnte. Wir ließen uns also überraschen.
Und stießen oftmals auf Unverständnis. Meine Mutter wollte sogar, dass meine Frauenärztin das Geschlecht auf einen Zettel schreibt, in einen Briefumschlag packt, damit sie das Geschlecht doch vor der Geburt erfahren würde. Das ist natürlich nicht passiert. Andere Menschen reagierten sehr begeistert. Aber letzten Endes ist das eine Entscheidung, die die werdenden Eltern gemeinsam treffen müssen. Alle anderen sind egal.
Natürlich ist man super neugierig. Natürlich kommt man mal in Versuchung, beim Ultraschall wohin schielen zu wollen. Aber, was ich zunächst aus Liebe zum Eulenmann mitgemacht habe, hat mich immer mehr überzeugt, je länger ich mich mit dem Thema beschäftigt habe, und es war keine Frage, wie wir es diesmal handhaben würden. Warum also lassen wir uns das Geschlecht nicht sagen?
Überraschung. Wir lieben Überraschungen. Es ist spannend, etwas nicht vorher zu wissen. Frau erträgt 9 Monate lang Übelkeit, Müdigkeit, Schmerzen, Schlafstörungen und sonstige Einschränkungen. Dann muss frau noch die Strapazen einer Geburt überstehen. Ohne Zweifel lohnen sich all die Mühen und sind vergessen, wenn man dieses kleine Bündel Glück im Arm hält, doch es gibt Angenehmeres. Aber endlich wissen zu wollen, wie der kleine Mensch aussieht und ob man nun Sohn oder Tochter bekommt, das stellt auch während der Geburt eine Motivation dar. Es ist ein Geburtstag, an dem die Eltern eines der tollsten Geschenke überhaupt bekommen. Es wäre doch langweilig, alles schon vorher zu wissen.
Wir verzichteten im Übrigen auch komplett auf 3D-Ultraschall und haben die meisten Vorsorge-Untersuchungen bei den Hebammen im Geburtshaus gemacht - ganz ohne Ultraschall. Auch haben wir auf Feindiagnostik verzichtet. Wir haben mit der Frauenärztin ausgemacht, dass sie uns eventuelle Auffälligkeiten mitteilt. Z.B. solche, die auf eine Behinderung oder Krankheit hinweisen. Das hätte zwar an sich für uns nichts geändert, aber es war uns wichtig, zu wissen, ob das Kind direkt nach der Geburt eine spezielle Versorgung braucht. Für die großen Ultraschall-Untersuchungen waren wir deshalb natürlich bei der Frauenärztin. Sie wusste Bescheid, hat uns unterstützt, und auch immer brav Bescheid gesagt, bevor sie "untenrum" geschallt hat. Auch diesmal gab es keine Auffälligkeiten und so spricht nichts dagegen, dass wir unser Kind im Geburtshaus begrüßen und kurz nach der Geburt mit nach Hause nehmen dürfen. Letzte Woche habe ich meine Frauenärztin das letzte Mal vor der Geburt gesehen.
Gender. Wer mich kennt, weiß, dass die Farbe Rosa mein persönliches Kryptonit ist. Aber auch so finde ich es nicht nachvollziehbar, nein, eigentlich sogar sehr furchtbar, dass man schon Neugeborene in gewisse Geschlechterrollen pressen will. Für Mädchen nur Rosa, Pink und Schmetterlinge - am besten mit Glitzer und Rüschen; für Jungs Grau und Blau und Monster und Autos. Nicht nur vor der Geburt habe ich neutrale Kleidung gekauft, auch für meine Tochter war ich sehr oft in der Jungsabteilung unterwegs. Als wir kürzlich zusammen neue Kleidung kaufen waren, hat sie in einem Atemzug nach einem Monsterpulli und einem Kleidchen verlangt. Da dachte ich mir nur: "Alles richtig gemacht!"
Das nimmt auch immer mehr Überhand. Inzwischen kann man nicht mehr nur Kleidung entsprechend des Geschlechts kaufen, nein, alles gibt es für Jungs oder Mädchen: Autositze, Flaschen, Flaschenbürsten, Schnuller, Spielzeug, Bücher, Planschbecken etc. pp. Und "freundlicherweise" steht es auch immer gleich mit dabei, für welches Geschlecht welches Produkt ist. Am Wochenende war ich Lebensmittel einkaufen, da hörte ich, wie ein Junge im Grundschulalter gerne ein Armband in Deutschlandfarben gehabt hätte. Aber da stand irgendwas mit "für Mädchen" dabei; anscheinend war auch Haarschmuck mit im Paket. Dann konnte der Junge das Armband natürlich nicht haben. Das ist doch furchbar.
Ich möchte mein Kind nicht limitieren. Ich möchte mein Kind nicht in irgendwelche Schubladen zwängen, die sich irgendjemand irgendwann einmal aus Willkür oder Profitgier ausgedacht hat. Es soll selbst erfahren, wer es ist. Es soll alle Möglichkeiten ausschöpfen können. Ich erziehe mein Kind bunt. Wenn es mit Puppen spielen will, toll. Wenn es sich im Wald mit Matsch einsauen will, super. Wenn es Fußball spielen will, prima. Wenn es sich nicht mehr von Klavier oder Gitarre losreißen kann, perfekt. Wenn es aus Herzenslust laut singt oder tanzt, jawohl! Und ja, dabei ist mir egal, ob das mein Sohn oder meine Tochter ist. Wenn mein Sohn später mal rosa Schuhe oder ein Kleid tragen will, dann soll er das tun dürfen! Mädchen sollen nicht mit Autos spielen, aber später macht man sich über Frauen als schlechte Autofahrer lustig. Jungs dürfen nicht mit Puppen spielen, aber sollen später fürsorgliche Väter sein. Wie blind ist das? Wie sollen die Knirpse denn herausfinden, was sie selbst mögen, wer sie selbst sind, wenn man sie so einschränkt? Ja, ich hasse Rosa, aber ich käme nie auf die Idee, meiner Tochter zu verbieten, diese Farbe zu tragen oder gar zu mögen. Genau so wenig dränge ich ihr auf, meine Lieblingsfarbe zu tragen oder zu mögen.
Und ja, ich finde, das alles fängt schon vor der Geburt an. Ich kenne Mädchen-Mamas, die das zweite Kind - einen Jungen - erwarten, die dann alles neu kaufen mussten - ob das nun Kleidung oder Spielzeug oder sogar Tragetücher waren. Das ist doch Wahnsinn. Da fehlt mir absolut das Verständnis. Da werden vor der Geburt schon so viele Erwartungen an das Kind herangetragen, die mit dem jeweiligen Geschlecht zusammenhängen. Das möchte ich meinem Kind nicht antun. So sind wir auch schon beim nächsten und meiner Meinung nach - wichtigsten - Grund.
Unvoreingenommenheit. Jedes Kind, jeder Mensch, ist anders. Nach der Geburt lernen wir das Wesen kennen, das 9 Monate lang in uns herangereift ist. Schon Babys haben ihren eigenen Charakter. Wie soll man diesen neuen kleinen Menschen ganz unvoreingenommen kennen lernen können, wenn man schon Monate vorher weiß, welches Geschlecht es hat und es somit schon - sei es unterbewusst - in gewisse Rollen oder Schubladen steckt, die man aus der Gesellschaft übernimmt. Am schlimmsten finde ich es, wenn die Kinder schon Monate vor der Geburt ihren Namen bekommen. Wie soll man da noch unvoreingenommen auf das Kind eingehen können, wenn man schon so viele konkrete Vorstellungen und Erwartungen hat? Da kann man doch eigentlich nur enttäuscht werden. Unsere Tochter hat ihren Namen erst deutlich nach der Geburt erhalten. Natürlich hatten wir im Vorfeld eine Liste mit Namen erstellt, die uns beiden gut gefielen. Aber wir wollten das Menschlein erst einmal kennen lernen, bevor wir uns festlegen. Das werden wir diesmal wieder so handhaben. Der Arbeitstitel bei Nummer 1 war Heinz-Heidi, diesmal lautet er Aurora-Boris.
Vielleicht hängt es auch damit zusammen, wie man seine Rolle als Elternteil sieht. Für mich war es schon immer klar, dass mein Kind eine eigene Person ist, die ich begleiten darf. Meine Tochter mag Ähnlichkeiten mit mir und mit ihrem Vater haben, aber sie ist nicht "Minime". Sie ist sie und sie ist genau gut so wie sie ist. Ich als Mutter darf dem Kind dabei helfen, sich selbst zu erfahren, sich selbst zu finden. Natürlich helfe ich auch dabei, die Welt kennen zu lernen, das Kind zu schützen, zu trösten. Aber es käme mir nie in den Sinn, Stempel aufdrücken zu wollen. Es ist ein eigener Mensch mit eigenen Vorstellungen und Vorlieben. Das passiert ganz von alleine, auch ohne dass wir es wollen. Umso wichtiger finde ich, dass man so lange wie möglich so unvoreingenommen wie möglich an die Sache heran geht.
Unser Weg ist nicht DER richtige. Unser Weg ist unser Weg und richtig für uns. Das ist, was zählt, und jeder muss für sich selbst entscheiden, welchen Weg er gehen möchte. Ich bin dem Eulenmann sehr dankbar, dass er bei diesem Thema diesen Weg vorgeschlagen hat. Ich wäre von mir aus wahrscheinlich nicht auf die Idee gekommen, weil ich mich damals selbst unterbewusst durch gesellschaftliche Standards limitiert habe. Ich kann nur generell empfehlen, Standards zu hinterfragen, und seinen eigenen Weg zu suchen. Egal, was der Rest der Welt davon hält.
Ist es mir egal, ob ich einen Sohn oder eine Tochter bekomme? Ja und Nein. Wenn ich vor der ersten Schwangerschaft über Kinder nachdachte, dann immer über Töchter. Söhne kamen in meinen Gedanken nie vor. Ich konnte es mir einfach nicht vorstellen. Das änderte sich während der Schwangerschaft. Es waren auch so viele davon überzeugt, dass wir einen Jungen bekommen würden. Auch ich selbst hatte ein klares Jungsgefühl. Wir wissen ja, wie das ausgegangen ist. :D Wahrscheinlich war das nur der Weg meiner Psyche, sich mit der Option auf einen Sohn auseinander zu setzen und kein instiktives Wissen. Deshalb habe ich diesmal versucht, kein Gefühl zu haben. Das ist mir bist jetzt ganz gut gelungen. Auch wenn das für viele unverständlich ist.
Natürlich wäre es schön, nach einem Mädchen auch einen Jungen aufwachsen zu sehen. Natürlich wäre es schön, auch einen Sohn zu haben. Aber ein Mädchen wird genau so willkommen sein und geliebt werden. "Hauptsach gsund!" Höchstwahrscheinlich wird es nicht meine letzte Schwangerschaft gewesen sein, sodass die Hoffnung auf einen Sohn so oder so noch nicht begraben werden müsste. Aber das ist Zukunftsmusik und derzeit irrelevant.
Jetzt freuen wir uns erst einmal - ganz unvoreingenommen - auf Eulenkind Nummer 2.
Als ich das erste Mal schwanger war, ging ich zunächst davon aus, dass wir uns sagen lassen würden, ob wir ein Mädchen oder einen Jungen bekommen. Von meiner Familie und vielen Bekannten kannte ich dieses Vorgehen. Auch wenn wir einige Freunde und Bekannte haben, die sich haben überraschen lassen, war ich vom heutigen Standard ausgegangen.
Dann sagte der Eulenmann, dass er das Geschlecht nicht vor der Geburt wissen wolle. Der Eulenmann äußert seltenst Wünsche so klar und deutlich, sodass ich ihn selbigen nicht abschlagen konnte. Wir ließen uns also überraschen.
Und stießen oftmals auf Unverständnis. Meine Mutter wollte sogar, dass meine Frauenärztin das Geschlecht auf einen Zettel schreibt, in einen Briefumschlag packt, damit sie das Geschlecht doch vor der Geburt erfahren würde. Das ist natürlich nicht passiert. Andere Menschen reagierten sehr begeistert. Aber letzten Endes ist das eine Entscheidung, die die werdenden Eltern gemeinsam treffen müssen. Alle anderen sind egal.
Natürlich ist man super neugierig. Natürlich kommt man mal in Versuchung, beim Ultraschall wohin schielen zu wollen. Aber, was ich zunächst aus Liebe zum Eulenmann mitgemacht habe, hat mich immer mehr überzeugt, je länger ich mich mit dem Thema beschäftigt habe, und es war keine Frage, wie wir es diesmal handhaben würden. Warum also lassen wir uns das Geschlecht nicht sagen?
Überraschung. Wir lieben Überraschungen. Es ist spannend, etwas nicht vorher zu wissen. Frau erträgt 9 Monate lang Übelkeit, Müdigkeit, Schmerzen, Schlafstörungen und sonstige Einschränkungen. Dann muss frau noch die Strapazen einer Geburt überstehen. Ohne Zweifel lohnen sich all die Mühen und sind vergessen, wenn man dieses kleine Bündel Glück im Arm hält, doch es gibt Angenehmeres. Aber endlich wissen zu wollen, wie der kleine Mensch aussieht und ob man nun Sohn oder Tochter bekommt, das stellt auch während der Geburt eine Motivation dar. Es ist ein Geburtstag, an dem die Eltern eines der tollsten Geschenke überhaupt bekommen. Es wäre doch langweilig, alles schon vorher zu wissen.
Wir verzichteten im Übrigen auch komplett auf 3D-Ultraschall und haben die meisten Vorsorge-Untersuchungen bei den Hebammen im Geburtshaus gemacht - ganz ohne Ultraschall. Auch haben wir auf Feindiagnostik verzichtet. Wir haben mit der Frauenärztin ausgemacht, dass sie uns eventuelle Auffälligkeiten mitteilt. Z.B. solche, die auf eine Behinderung oder Krankheit hinweisen. Das hätte zwar an sich für uns nichts geändert, aber es war uns wichtig, zu wissen, ob das Kind direkt nach der Geburt eine spezielle Versorgung braucht. Für die großen Ultraschall-Untersuchungen waren wir deshalb natürlich bei der Frauenärztin. Sie wusste Bescheid, hat uns unterstützt, und auch immer brav Bescheid gesagt, bevor sie "untenrum" geschallt hat. Auch diesmal gab es keine Auffälligkeiten und so spricht nichts dagegen, dass wir unser Kind im Geburtshaus begrüßen und kurz nach der Geburt mit nach Hause nehmen dürfen. Letzte Woche habe ich meine Frauenärztin das letzte Mal vor der Geburt gesehen.
Gender. Wer mich kennt, weiß, dass die Farbe Rosa mein persönliches Kryptonit ist. Aber auch so finde ich es nicht nachvollziehbar, nein, eigentlich sogar sehr furchtbar, dass man schon Neugeborene in gewisse Geschlechterrollen pressen will. Für Mädchen nur Rosa, Pink und Schmetterlinge - am besten mit Glitzer und Rüschen; für Jungs Grau und Blau und Monster und Autos. Nicht nur vor der Geburt habe ich neutrale Kleidung gekauft, auch für meine Tochter war ich sehr oft in der Jungsabteilung unterwegs. Als wir kürzlich zusammen neue Kleidung kaufen waren, hat sie in einem Atemzug nach einem Monsterpulli und einem Kleidchen verlangt. Da dachte ich mir nur: "Alles richtig gemacht!"
Das nimmt auch immer mehr Überhand. Inzwischen kann man nicht mehr nur Kleidung entsprechend des Geschlechts kaufen, nein, alles gibt es für Jungs oder Mädchen: Autositze, Flaschen, Flaschenbürsten, Schnuller, Spielzeug, Bücher, Planschbecken etc. pp. Und "freundlicherweise" steht es auch immer gleich mit dabei, für welches Geschlecht welches Produkt ist. Am Wochenende war ich Lebensmittel einkaufen, da hörte ich, wie ein Junge im Grundschulalter gerne ein Armband in Deutschlandfarben gehabt hätte. Aber da stand irgendwas mit "für Mädchen" dabei; anscheinend war auch Haarschmuck mit im Paket. Dann konnte der Junge das Armband natürlich nicht haben. Das ist doch furchbar.
Ich möchte mein Kind nicht limitieren. Ich möchte mein Kind nicht in irgendwelche Schubladen zwängen, die sich irgendjemand irgendwann einmal aus Willkür oder Profitgier ausgedacht hat. Es soll selbst erfahren, wer es ist. Es soll alle Möglichkeiten ausschöpfen können. Ich erziehe mein Kind bunt. Wenn es mit Puppen spielen will, toll. Wenn es sich im Wald mit Matsch einsauen will, super. Wenn es Fußball spielen will, prima. Wenn es sich nicht mehr von Klavier oder Gitarre losreißen kann, perfekt. Wenn es aus Herzenslust laut singt oder tanzt, jawohl! Und ja, dabei ist mir egal, ob das mein Sohn oder meine Tochter ist. Wenn mein Sohn später mal rosa Schuhe oder ein Kleid tragen will, dann soll er das tun dürfen! Mädchen sollen nicht mit Autos spielen, aber später macht man sich über Frauen als schlechte Autofahrer lustig. Jungs dürfen nicht mit Puppen spielen, aber sollen später fürsorgliche Väter sein. Wie blind ist das? Wie sollen die Knirpse denn herausfinden, was sie selbst mögen, wer sie selbst sind, wenn man sie so einschränkt? Ja, ich hasse Rosa, aber ich käme nie auf die Idee, meiner Tochter zu verbieten, diese Farbe zu tragen oder gar zu mögen. Genau so wenig dränge ich ihr auf, meine Lieblingsfarbe zu tragen oder zu mögen.
Und ja, ich finde, das alles fängt schon vor der Geburt an. Ich kenne Mädchen-Mamas, die das zweite Kind - einen Jungen - erwarten, die dann alles neu kaufen mussten - ob das nun Kleidung oder Spielzeug oder sogar Tragetücher waren. Das ist doch Wahnsinn. Da fehlt mir absolut das Verständnis. Da werden vor der Geburt schon so viele Erwartungen an das Kind herangetragen, die mit dem jeweiligen Geschlecht zusammenhängen. Das möchte ich meinem Kind nicht antun. So sind wir auch schon beim nächsten und meiner Meinung nach - wichtigsten - Grund.
Unvoreingenommenheit. Jedes Kind, jeder Mensch, ist anders. Nach der Geburt lernen wir das Wesen kennen, das 9 Monate lang in uns herangereift ist. Schon Babys haben ihren eigenen Charakter. Wie soll man diesen neuen kleinen Menschen ganz unvoreingenommen kennen lernen können, wenn man schon Monate vorher weiß, welches Geschlecht es hat und es somit schon - sei es unterbewusst - in gewisse Rollen oder Schubladen steckt, die man aus der Gesellschaft übernimmt. Am schlimmsten finde ich es, wenn die Kinder schon Monate vor der Geburt ihren Namen bekommen. Wie soll man da noch unvoreingenommen auf das Kind eingehen können, wenn man schon so viele konkrete Vorstellungen und Erwartungen hat? Da kann man doch eigentlich nur enttäuscht werden. Unsere Tochter hat ihren Namen erst deutlich nach der Geburt erhalten. Natürlich hatten wir im Vorfeld eine Liste mit Namen erstellt, die uns beiden gut gefielen. Aber wir wollten das Menschlein erst einmal kennen lernen, bevor wir uns festlegen. Das werden wir diesmal wieder so handhaben. Der Arbeitstitel bei Nummer 1 war Heinz-Heidi, diesmal lautet er Aurora-Boris.
Vielleicht hängt es auch damit zusammen, wie man seine Rolle als Elternteil sieht. Für mich war es schon immer klar, dass mein Kind eine eigene Person ist, die ich begleiten darf. Meine Tochter mag Ähnlichkeiten mit mir und mit ihrem Vater haben, aber sie ist nicht "Minime". Sie ist sie und sie ist genau gut so wie sie ist. Ich als Mutter darf dem Kind dabei helfen, sich selbst zu erfahren, sich selbst zu finden. Natürlich helfe ich auch dabei, die Welt kennen zu lernen, das Kind zu schützen, zu trösten. Aber es käme mir nie in den Sinn, Stempel aufdrücken zu wollen. Es ist ein eigener Mensch mit eigenen Vorstellungen und Vorlieben. Das passiert ganz von alleine, auch ohne dass wir es wollen. Umso wichtiger finde ich, dass man so lange wie möglich so unvoreingenommen wie möglich an die Sache heran geht.
Wir Menschen sind Wesen, die in einer bestimmten Kultur aufwachsen und dementsprechend sozialisiert sind. Das kann man nicht abstellen. Auch ich erwische mich manchmal bei Schubladendenken. Aber glücklicherweise bin ich inzwischen in der Lage, Dinge zu hinterfragen und mir eine eigene Meinung zu schaffen. Sicherlich gibt es auch Eltern, die unvoreingenommen mit ihrem Kind umgehen können, obwohl sie während der Schwangerschaft das Geschlecht erfahren haben.
Unser Weg ist nicht DER richtige. Unser Weg ist unser Weg und richtig für uns. Das ist, was zählt, und jeder muss für sich selbst entscheiden, welchen Weg er gehen möchte. Ich bin dem Eulenmann sehr dankbar, dass er bei diesem Thema diesen Weg vorgeschlagen hat. Ich wäre von mir aus wahrscheinlich nicht auf die Idee gekommen, weil ich mich damals selbst unterbewusst durch gesellschaftliche Standards limitiert habe. Ich kann nur generell empfehlen, Standards zu hinterfragen, und seinen eigenen Weg zu suchen. Egal, was der Rest der Welt davon hält.
Ist es mir egal, ob ich einen Sohn oder eine Tochter bekomme? Ja und Nein. Wenn ich vor der ersten Schwangerschaft über Kinder nachdachte, dann immer über Töchter. Söhne kamen in meinen Gedanken nie vor. Ich konnte es mir einfach nicht vorstellen. Das änderte sich während der Schwangerschaft. Es waren auch so viele davon überzeugt, dass wir einen Jungen bekommen würden. Auch ich selbst hatte ein klares Jungsgefühl. Wir wissen ja, wie das ausgegangen ist. :D Wahrscheinlich war das nur der Weg meiner Psyche, sich mit der Option auf einen Sohn auseinander zu setzen und kein instiktives Wissen. Deshalb habe ich diesmal versucht, kein Gefühl zu haben. Das ist mir bist jetzt ganz gut gelungen. Auch wenn das für viele unverständlich ist.
Natürlich wäre es schön, nach einem Mädchen auch einen Jungen aufwachsen zu sehen. Natürlich wäre es schön, auch einen Sohn zu haben. Aber ein Mädchen wird genau so willkommen sein und geliebt werden. "Hauptsach gsund!" Höchstwahrscheinlich wird es nicht meine letzte Schwangerschaft gewesen sein, sodass die Hoffnung auf einen Sohn so oder so noch nicht begraben werden müsste. Aber das ist Zukunftsmusik und derzeit irrelevant.
Jetzt freuen wir uns erst einmal - ganz unvoreingenommen - auf Eulenkind Nummer 2.
Sonntag, 8. Mai 2016
Sommer!
Die Sonne lacht und mit ihr meine Seele!
Die letzten Wochen und Monate waren nicht gerade einfach für mich und eher ein Ab als ein Auf. In den letzten Wochen musste ich leider viel liegen und so war ich oft alleine auf dem Sofa gelegen, ohne wirklich viel machen zu können. Dementsprechend war meine Stimmung im Keller. Ich hatte richtig Angst, wieder in eine Depression zu rutschen.
Seit ein paar Tagen hat sich nicht nur mein Körper stabilisiert; meine Stimmung ist auch deutlich besser. So kann ich wieder aktiver sein und herumwuseln und auch das schöne Wetter hilft dabei, sich gut zu fühlen. In den letzten beiden Tagen haben wir den Balkon betriebsbereit gemacht. Ich habe die schönsten Blumen, die es gibt. :D
Aber nicht nur bunte Blumen wurden gepflanzt, sondern auch Kräuter...
... und Erdbeeren. Ich bin davon ausgegangen, dass die Erdbeerpflanzen von letztem Jahr nicht wieder kommen. Nun ja, jetzt haben wir 2 Balkonkästen voll mit Erdbeeren. :D
Juhu, es ist Sommer! :)
Die letzten Wochen und Monate waren nicht gerade einfach für mich und eher ein Ab als ein Auf. In den letzten Wochen musste ich leider viel liegen und so war ich oft alleine auf dem Sofa gelegen, ohne wirklich viel machen zu können. Dementsprechend war meine Stimmung im Keller. Ich hatte richtig Angst, wieder in eine Depression zu rutschen.
Seit ein paar Tagen hat sich nicht nur mein Körper stabilisiert; meine Stimmung ist auch deutlich besser. So kann ich wieder aktiver sein und herumwuseln und auch das schöne Wetter hilft dabei, sich gut zu fühlen. In den letzten beiden Tagen haben wir den Balkon betriebsbereit gemacht. Ich habe die schönsten Blumen, die es gibt. :D
Aber nicht nur bunte Blumen wurden gepflanzt, sondern auch Kräuter...
(in die beiden Töpfe rechts außen kommen noch Tomatenpflanzen)
... und Erdbeeren. Ich bin davon ausgegangen, dass die Erdbeerpflanzen von letztem Jahr nicht wieder kommen. Nun ja, jetzt haben wir 2 Balkonkästen voll mit Erdbeeren. :D
Juhu, es ist Sommer! :)
Sonntag, 17. Januar 2016
Eine Puppe für mein Eulenkind
Das Eulenkind brauchte dringend eine Puppe. Bei Bekannten hatte ich das erste Mal Waldorf-Puppen wahrgenommen; die Mama der Kinder hatte sie selbst gemacht. Das wollte ich auch und so informierte ich mich gründlich und orderte Materialien. Das war bereits im August.
Im September stürzte ich mich in dieses Abenteuer und stellte fest, dass das gar nicht so einfach ist. Mit meinem ersten Puppenkopf war ich gar nicht zufrieden. Ich deklarierte ihn dann als Testkopf, auch wenn das Kind schon ganz verliebt den Kopf durch die Gegend schleppte.
Ich muss sagen, dass ich etwas (sehr) gefrustet war. Ich hatte dann noch mal einen Kopf gemacht, mit dem war ich aber auch nicht so zufrieden und das Leben bescherte mir so einige Überraschungen und Stolpersteine im Herbst, sodass ich einige Monate nicht mehr zum Puppenbasteln kam.
Doch die Puppe sollte DAS Weihnachtsgeschenk werden. 8 Tage vor Weihnachten gab mir der Zeitdruck ausreichend Motivation, es noch einmal zu wagen. Der dritte Kopf ist nicht perfekt geworden, aber ich habe einige Dinge, die mich an Nr. 1 störten, verbessern können. Der Halsansatz schlägt zwar leider immer noch Falten, aber im Großen und Ganzen bin ich zufrieden und auf jeden Fall zufriedener als mit den vorangegangenen Versuchen. Der Kopf ist runder geworden und die Augen habe ich größer gemacht als bei klassischen Waldorf-Puppen.
In meiner Naivität dachte ich, dass das Schlimmste vorbei sei, wenn ich erst mal den Kopf fertig habe. Weit gefehlt. Den Körper zu nähen und zu stopfen, waren wirklich einfache Schritte. Ich hatte mich für Rohwolle als Stopfmaterial entschieden und freue mich, dass die Puppe immer noch leicht nach Schaf riecht. :) Allerdings würde ich den Puppentrikot nicht noch mal bei Butinette kaufen; der hat keine gute Qualität.
Da der Kopf etwas größer geworden war als der zum Schnittmuster für den Körper gehörige, verlängerte ich den Körper etwas. Das sah zwar optisch mit den ungestopften Teilen besser aus, aber inzwischen bereue ich es etwas. Inzwischen finde ich den Körper zu lang. Aber auch damit kann ich leben.
Das Zusammennähen war noch einmal trickreich und ich war wirklich nur noch am Fluchen. Aber auch das war irgendwann geschafft und die Puppe sah so aus:
Die Puppe war also grob fertig - aber nackt. Sie brauchte dringend Kleidung. Da das Eulenkind derzeit so viel Spaß daran hat, ihre Kuscheltiere zu wickeln, brauchte die Puppe unbedingt Windeln! Ich entschied mich für Stoffwindeln und fand auch ein Schnittmuster dafür, das ich etwas abwandeln musste. Außen ist bunter Baumwollstoff und innen Fleece. Mit Hilfe eines Klettverschlusses kann die Windel leicht gewechselt werden.
Auch ein Body musste her - das Eulenkind trägt ja schließlich auch Bodys. Der auf dem nächsten Bild ist ebenfalls mit Klettverschluss versehen, doch leider etwas zu klein geraten. Das war mein erster Versuch mit Bündchenware überhaupt. Das Schnittmuster ist übrigens von Schnabelina.
Mehr Windeln zum Wechseln durften natürlich auch nicht fehlen.
Ein Schnittmuster für die Hose zu finden, war gar nicht so einfach, aber letzten Endes wurde ich doch fündig, auch wenn ich es wieder an die Maße dieser Puppe anpassen musste.
Es folgte ein passender Body. Den habe ich zwei Mal genäht. Ich wollte alles perfekt machen und die Overlock-Maschine, die ich kürzlich erbte, endlich mal richtig nutzen, schnitt mir den fast fertigen Body beim vorletzen Schritt jedoch kaputt. Seitdem steht die Overlock in der Ecke. Ich habe mich nicht wieder dran getraut. Aber es funktioniert ja glücklicherweise auch so.
Nun war die Puppe vollständig bekleidet, aber es fehlte ja noch was ganz Wichtiges: die Haare! Ich hatte extra Mohair-Wolle besorgt. Als Grundlage für die Haare benötigt man eine gehäkelte Mütze, die ganz eng am Kopf anliegt und somit genau an den jeweiligen Puppenkopf angepasst werden muss. Da ich zwar häkeln kann, aber nicht wirklich gut darin bin, hat meine Mutter diesen Schritt für mich übernommen, wofür ich ihr sehr dankbar bin. Mit kurzen Wuschelhaaren sah die Puppe dann so aus:
Die Perücke nähte ich gründlich an den Kopf an und knüpfte schließlich noch lange Strähnen hinein. Mit wilder Mähne wirkte das Puppenkind wieder anders.
Da ich allerdings eine Räubertochter habe, konnte ich die Haare nicht offen lassen. So wurde die Mähne durch Flechten gebändigt.
Zu guter Letzt fehlte noch ein Pulli, den ich nach dem Body-Schnittmuster nähte. 2 Tage vor Weihnachten sah sie dann also so aus:
Das Eulenkind hat ganz schön Augen gemacht, als sie die Puppe auspackte, und hat erst mal einige Minuten gekuschelt. Da hatte ich auch ein paar Tränchen in den Augen. Die ganze Mühe hat sich also gelohnt.
Seitdem wird die Puppe fleißig bespielt. Die kleinen Fehler stören sie gar nicht. Meistens liegt die Puppe ohne Hose da, weil die Windel ungefähr immer "nass" oder "voll" ist. Und die Windel alleine zu wechseln bekommt sie noch nicht so gut hin. Aber "Puppi" wird sehr geliebt und muss sogar meistens mit ins Bett. Das Eulenkind erzählt und singt mit ihr. Auch das Puppentragetuch und der Puppenwagen, die wir schon einige Monate haben, kommen nun viel, viel häufiger zum Einsatz.
Vor ein paar Tagen hat sich das Eulenkind dann auch noch einen "Schlaba" (Schlafanzug) für die Puppe gewünscht. Und natürlich ist mir ihr Wunsch Befehl.
Ende Februar hat das Eulenkind Geburtstag. Ich möchte ihr und Puppi passende Kleidchen nähen. Mal schauen, ob die Zeit und meine Geduld das zulassen. ;D Aber ich bin optimistisch.
Samstag, 2. Januar 2016
Stoffies
Achtung, dies ist ein Frauenthema! ;)
Ich benutze täglich Slipeinlagen als Wäscheschutz. Schon lange hat mich der anfallende Müll geärgert. Auch liest man in letzter Zeit immer öfter von Schadstoffen in Binden und Tampons. Ich hatte mich im Herbst intensiv mit dem Thema Menstruationstasse beschäftigt und bin dabei über Stoffslipeinlagen gestolpert.
Zwischen den Jahren bin ich endlich zum Nähen gekommen und bin inzwischen ganz auf Stoffslipeinlagen umgestiegen. Ich bin total begeistert! Sie sehen hübsch aus, sie sind wiederverwendbar, sie fühlen sich toll an und endlich verrutscht nichts mehr!
Diese bestehen aus einer Lage Baumwolle oben, 2 Lagen Molton innen und einer Lage Molton unten. Bisher bin ich vollends zufrieden.
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